{"id":97,"date":"2005-02-22T01:53:21","date_gmt":"2005-02-21T23:53:21","guid":{"rendered":"http:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/?p=97"},"modified":"2009-11-24T18:27:44","modified_gmt":"2009-11-24T16:27:44","slug":"nebenerwerbsquelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aufgelesen.net\/?p=97","title":{"rendered":"Nebenerwerbsquelle"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"strandgut\" href=\"https:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/bilder\/crw_5011.jpg\"> <img decoding=\"async\" style=\"float:left; padding-right:7px\" src=\"https:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/bilder\/th_crw_5011.jpg\" alt=\"Strandgut\" \/><\/a>&#8222;Auf Juist sind: 22 Haushaltungen, 14 Pferde, 72 K\u00fche, 50 Ochsen, 35 Enten, 10 F\u00fcllen, 176 Schafe, 187 L\u00e4mmer, Vieh- und Landwirtschaft, daneben reiche Strandbeute.&#8220; Das schreibt der Juister Heimatforscher Willy Troltenier im Band &#8222;Juist gestern und heute&#8220; und meint das Jahr 1636. Die Zahlen k\u00f6nnen wir als \u00fcberholt abhaken, was sich aber erstaunlicherweise gehalten hat, ist der Punkt &#8222;Strandbeute&#8220;.<br \/>\nFr\u00fcher, erz\u00e4hlt man sich, sei die Strandbeute nicht immer freiwillig zur Insel gekommen: Falsch gesetzte Positionslichter halfen nach, den Schiffen reicher Handelsherren den Weg aufs Eiland zu weisen. Das ist heute nicht mehr so &#8211; wo k\u00e4men wir denn da hin. Aber nett ist die Geschichte aus der Neuzeit dennoch, in der es um Schuhe einerseits und um Holz andererseits geht.<br \/>\nDie mit dem Holz ist k\u00fcrzer: Irgendwo n\u00f6rdlich von Juist ging vor gar nicht so langer Zeit bei Sturm eine Ladung feinen skandinavischen edlen Holzes \u00fcber Bord. Daf\u00fcr verantwortliche St\u00fcrme kommen in der Regel au\u00dferhalb der Saison, weswegen erstens wenig Touristen auf der Insel waren und zweitens die Juister Zeit hatten, das angetriebene Strandgut einzusammeln. Wie man h\u00f6rt, sollen Herrschaften vom Rathaus noch bei Hausbesuchen darauf hingewiesen haben, dass das Holz bitte dem rechtm\u00e4\u00dfigen Besitzer auszuh\u00e4ndigen sei &#8211; vergeblich. Statt dessen waren handwerklich Begabte mit der Herstellung neuer Treppen oder Schr\u00e4nke l\u00e4ngere Zeit besch\u00e4ftigt. H\u00f6rt man so&#8230;<br \/>\nDie Geschichte der Schuhe begann auch mit einem Sturm, ist aber nur streng anonymisiert weiter zu erz\u00e4hlen. Der sie in der Kneipe berichtete, nannte zwar auch keine Namen, aber doch sehr eindeutige Berufsbezeichnungen &#8211; aber der Tresen einer Kneipe ist ja auch ungleich intimer als das Internet&#8230;<br \/>\nNennen wir die handelnden Personen also einfach A und B.<br \/>\nDer A ging am Westende der Insel so f\u00fcr sich hin, als er einen Sack voller teurer Sportschuhe fand. Ohne lange nachzudenken, nahm er sich des M\u00fclls an und brachte ihn zu sich nach Hause. Sch\u00f6ne, teure Markenware &#8211; welch Freude! Doch leider, leider waren das, wie A zu seinem Leidwesen feststellen musste, nur linke Schuhe.<br \/>\n&#8222;So&#8217;n Schiet&#8220; fluchte er und machte sich mit Fahrrad und angeh\u00e4ngtem Bollerwagen auf den Weg, die dann doch recht wertlose Fracht zu entsorgen.<br \/>\nUnterwegs kam ihm der B entgegen &#8211; auf Fahrrad und mit Bollerwagen. Und weil die Juister sich kennen und freundlich sind, hielten die beide f\u00fcr einen kurzen Kl\u00f6nschnack an. Und das war gut so &#8211; denn auch B war auf dem Weg der Entsorgung: Er hatte am anderen Ende der Insel lauter rechte Schuhe gefunden! Mit friesischer Gelassenheit sollen die beiden noch an Ort und Stelle die Schuhe sortiert haben &#8211; und Juist hatte eine Saison lang Sonderangebote. Erz\u00e4hlte der Mann in der Kneipe voller Bedauern: Er hatte n\u00e4mlich keins mehr abbekommen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Auf Juist sind: 22 Haushaltungen, 14 Pferde, 72 K\u00fche, 50 Ochsen, 35 Enten, 10 F\u00fcllen, 176 Schafe, 187 L\u00e4mmer, Vieh- und Landwirtschaft, daneben reiche Strandbeute.&#8220; Das schreibt der Juister Heimatforscher Willy Troltenier im Band &#8222;Juist gestern und heute&#8220; und meint das Jahr 1636. 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