{"id":321,"date":"2006-08-26T12:03:51","date_gmt":"2006-08-26T11:03:51","guid":{"rendered":"http:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/?p=321"},"modified":"2010-05-17T16:57:33","modified_gmt":"2010-05-17T14:57:33","slug":"baschkiren-und-kuban-kosaken-in-altmockritz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aufgelesen.net\/?p=321","title":{"rendered":"Urlaubs-ABC: A wie Altmockritzens Anteil am Weltgeschehen"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Baschkirisches Gedenken\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/stip\/225106586\/\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/static.flickr.com\/60\/225106586_93d9a54088_m.jpg\" alt=\"Baschkir und Kosak\" \/><\/a>Altmockritz im S\u00fcden Dresdens ist ein beschauliches sch\u00f6nes altes Dorf, dem man seine Teilhabe am Weltgeschehen bislang nicht so recht anmerkte. Das ist nun vorbei, denn auf Betreiben des Baschkiren Irek F. Baischew gibt es auf dem Dorfplatz einen Findling mit Gedenkplakette, auf der der Schlacht bei Dresden 1813 gedacht wird. Und dem baschkirischen Volk, dessen S\u00f6hne im russischen Heer auf der richtigen Seite, wie man heute sagen w\u00fcrde, k\u00e4mpften: Als Befreier waren sie gegen Napoleon (und damit seinerzeit auch gegen die Sachsen; wenn man das heute nicht mehr schlimm findet, nennt man das V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung).<br \/>\nAm 26. August 1813 war scheu\u00dfliches Wetter in Dresden &#8211; es kippte wie aus Eimern. Kein sch\u00f6nes Wetter f\u00fcr eine Schlacht &#8211; aber auf so etwas konnten Napoleon, seine Verb\u00fcndeten und seine Gegner keine R\u00fccksicht nehmen. Heute schien die Sonne, als endlich dem tapferen baschkirischen Volk in Altmockritz ein Ehrenstein gewidmet wurde.<br \/>\nAch ja: Damals gewann Napoleon, es war sein letzter <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schlacht_von_Dresden\">Sieg auf deutschem Boden<\/a> &#8211; weswegen er sich sicher, wenn \u00fcberhaupt, lieber an Altmockritz bei Dresden als an Leipzig erinnerte&#8230;<br \/>\nHeute nun r\u00fcckte der Altmockritzer Dorfplatz endlich mitten ins Weltgeschehen ein. Ein Vertreter des Dresdner Kulturb\u00fcrgermeisters, die russische Konsulin und der Stifter, ein leibhaftiger Baschkire, redeten, es gab Blumen auf dem Denkmal und Wodka, Bier und Sekt nach der Zeremonie. Schlauer wurde man auch: Die Baschkiren seien damals auf Pferden geritten, sie h\u00e4tten immer diese tollen Fellm\u00fctzen auf, die oben spitz zulaufen und bei Hitze nicht wirklich praktisch sind. Au\u00dferdem sei ihnen damals der Ruf vorausgeeilt, am liebsten Kinderfleisch zu essen, was nicht stimmte. Eigentlich seien die Baschkiren sogar eher nette Leute, meinte der Baschkire, denn immerhin h\u00e4tten sie sogar Frau und Kind mitgenommen in den Krieg im fernen Westen. Bewaffnet waren die Baschkiren mit Pfeil und Bogen, was man auf der Plakette des Gedenksteins gut erkennen kann. Wer seinen Goethe kennt, dessen Geburtstag ja direkt nach dem Schlachtgedenken auf uns zukommt, wei\u00df das nat\u00fcrlich schon: Angeblich hat er einmal so einen Pfeil nebst Bogen geschenkt bekommen und f\u00fcr so gut befunden, dass er ihn im heimischen Garten ausprobiert hat. Geschrieben haben soll er auch dar\u00fcber, aber ich habe die Stelle nicht gefunden \ud83d\ude41<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Altmockritz im S\u00fcden Dresdens ist ein beschauliches sch\u00f6nes altes Dorf, dem man seine Teilhabe am Weltgeschehen bislang nicht so recht anmerkte. 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