{"id":213,"date":"2005-09-21T22:38:13","date_gmt":"2005-09-21T20:38:13","guid":{"rendered":"http:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/?p=213"},"modified":"2015-01-02T19:42:31","modified_gmt":"2015-01-02T17:42:31","slug":"victoriariesig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aufgelesen.net\/?p=213","title":{"rendered":"Victoria? Riesig!"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: left; padding-right: 7px;\"><a title=\"Victoriarose\" href=\"https:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/bilder\/victoriarose_3145.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/bilder\/th_victoriarose_3145.jpg\" alt=\"Victoriarose\" border=\"0\" \/><\/a><\/div>\n<p>Aus der Serie &#8222;Merkw\u00fcrdigkeiten, von denen keiner eine Ahnung hat&#8220; heute die Folge &#8222;Die Riesenseerose Victoria&#8220;. Auf der Seite der TU Dresden fand ich heute eher zuf\u00e4llig den <a href=\"http:\/\/tu-dresden.de\/aktuelles\/news\/botgart\/newsarticle_view\">Hinweis<\/a> auf die Riesenseerose Victoria. Seit 150 Jahren bl\u00fcht die jedes Jahr im <a href=\"http:\/\/tu-dresden.de\/die_tu_dresden\/zentrale_einrichtungen\/bg\">Botanischen Garten von Dresden <\/a>auf &#8211; und jede Bl\u00fcte tut dies nur an genau zwei Tagen oder besser, weil genauer: in zwei N\u00e4chten. Die eine Nacht bl\u00fcht Victoria wei\u00df, die andere rot. Das Tropenhaus Victoria (aha, daher der Name!) hatte heute bis 22 Uhr ge\u00f6ffnet, damit man sich die wei\u00dfe Phase ansehen konnte. <!--more--><\/p>\n<div style=\"float: left; padding-right: 7px;\"><a title=\"Victoriarose\" href=\"https:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/bilder\/victoria_3151.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/bilder\/th_victoria_3151.jpg\" alt=\"Victoriarose\" border=\"0\" \/><\/a><a title=\"Victoriarose\" href=\"https:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/bilder\/victoria_3155.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/aufgelesen.net\/wordpress\/bilder\/th_victoria_3155.jpg\" alt=\"Victoriarose\" border=\"0\" \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>Wir waren &#8211; nat\u00fcrlich! &#8211; zu fr\u00fch da: Um halb sieben schien noch die Sonne, da hatte Victoria noch keinen Bock auf Bl\u00fcte. Statt dessen gab es nettes Licht und noch wenige Zuschauer, was ja auch Qualit\u00e4ten sind! Die Seerose, die in unseren Breiten nur als einj\u00e4hrige Pflanze ein kurzes Leben fristet, machte sich unter unglaublicher Demse im Becken breit, Ans\u00e4tze einer Bl\u00fcte waren zu sehen. Eine freundliche Mitarbeiterin (oder Studentin, habe ich nicht nachgefragt&#8230;) stapfte durchs Wasser und schnitt ein Blatt ab, um den sonst nur Fischen zug\u00e4nglichen Blick auf den Unterbau zu erm\u00f6glichen. Ein zweiter Blick auf das aush\u00e4ngende Infoblatt fasst in Worte, was man da sieht: &#8222;<em>Die Bl\u00e4tter besitzen nadelstichfeine Poren und eine Einkerbung im hochgew\u00f6lbten Rand, damit Regenwasser rasch ablaufen kann. Stabilit\u00e4t und Schwimmf\u00e4higkeit verdanken sie einem leistenf\u00f6rmigen St\u00fctzgewebe auf der Blattunterseite, das dem Adernetz folgt. Es enth\u00e4lt gro\u00dfe, lufterf\u00fcllte Interzellularen. Alle unter Wasser liegenden Pflanzenteile sind durch harte, spitze Stacheln vor Fischfra\u00df gesch\u00fctzt.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Aha. Etwas platter formuliert: Die Bl\u00e4tter sind riesig, haben bis zu zwei Meter Durchmesser, und tragen eine Menge Gewicht. Fotos mit Kindern drauf kommen oft vor, eins mit einem deutlich &#8222;mehr-als-60-Kilo-Menschen&#8220; ist auch zu sehen. Aber\u00a0Fischen gegen\u00fcber verh\u00e4lt sich Victoria fies, weil sie sich eben mit Stacheln sch\u00fctzt.<\/p>\n<div style=\"float: right; padding-left: 7px;\"><iframe loading=\"lazy\" style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"http:\/\/rcm-de.amazon.de\/e\/cm?t=projektepr&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3276001780&amp;fc1=000000&amp;=1&amp;lc1=0000ff&amp;bc1=000000&amp;lt1=_blank&amp;IS2=1&amp;bg1=ffffff&amp;f=ifr\" width=\"300\" height=\"150\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/div>\n<p>Besagte Info-Tafel macht \u00fcbrigens wirklich schlau: Entdeckt wurde die <em>Victoria<\/em> erst relativ sp\u00e4t, n\u00e4mlich 1832 von <em>Eduard Friedrich Poeppig<\/em>, einem in Plauen im Vogtland geborenen Botaniker. Ihren Namen bekam sie erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter, als <em>Sir Robert Schomburgk<\/em> im Auftrag der <em>K\u00f6niglich Geographischen Gesellschaft von London<\/em> in Guayana die Seerose ein zweites Mal entdeckte und sie \u2013 zu Ehren der englischen K\u00f6nigin Victoria (1819 &#8211; 1901) \u2013 Victoria nannte.<\/p>\n<p>Biologisch stecken zwei Arten hinter der Victoria: <em>Victoria amazonica<\/em> (w\u00e4chst im Einzugsgebiet des Amazonas) und <em>Victoria cruziana<\/em> (w\u00e4chst weiter s\u00fcdlich im Flusssystem des Rio Paran\u00c3\u00a1). Beide Arten lassen sich kreuzen, was in Botanischen G\u00e4rten oft der Fall ist.<\/p>\n<p>[Etwas sachlicher auch als <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Victoria_%28Gattung%29\">Beitrag f\u00fcr die Wikipedia<\/a>]<\/p>\n<p>[Update 23. September] Dr. Barbara Ditsch vom Botanischen Garten schreibt mir: <em>&#8222;Jede individuelle Bl\u00c3\u00bcte bl\u00c3\u00bcht ausschlie\u00c3\u0178lich zwei N\u00c3\u00a4cht lang; die ganze Pflanze dagegen bringt \u00c3\u00bcber mehrere Wochen hinweg immer wieder neue Bl\u00c3\u00bctenknospen hervor, die sich &#8211; wie bei anderen Pflanzen auch &#8211; nacheinander (und dann jeweils f\u00c3\u00bcr 2 aufeinanderfolgende N\u00c3\u00a4chte) \u00c3\u00b6ffnen. Man sollte also nicht davon sprechen, dass &#8222;die Victoria&#8220; nur zwei N\u00c3\u00a4chte lang bl\u00c3\u00bcht.&#8220;<\/em> Danke f\u00c3\u00bcr den Hinweis &#8211; ich habe das im Text (und nat\u00c3\u00bcrlich auch bei der Wikipedia) korrigiert &#8211; weil ja nicht immer alle bis unten lesen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Serie &#8222;Merkw\u00fcrdigkeiten, von denen keiner eine Ahnung hat&#8220; heute die Folge &#8222;Die Riesenseerose Victoria&#8220;. 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